Der Tatsachenroman „Friedrich Gürtler – Das Leben eines Frankfurter Ganoven“ geht auf die Auswertung aller greif-baren Unterlagen (Institut für Stadtgeschichte, Hessisches Staatsarchiv, Pressearchive), auf Literaturstudium und auf die Erinnerung von Zeitzeugen zurück. Denn Friedrich Gürtler hat es tatsächlich gegeben, auch wenn aus Schutzgründen sein bürgerlicher Name und seine Spitz-namen („Die Schnut“ und „Der Mond von Texas“) verändert / verfremdet wurden. 

Ich habe das Leben und Wirken des Friedrich Gürtler aufbereitet und vor dem Hintergrund anderer, historisch belegter Vorgänge aus großer Politik und kommunalen Entwicklungen wiedergegeben:

 

Friedrich Gürtler fiel aktenkundig zum ersten Mal um die Jahrhundertwende als kleiner Junge auf, als er einen Apfel aus einer Warenauslage stahl. Von da an verfestigte sich seine kriminelle Karriere, die grob geschildert folgende Stationen nahm:

 

·         Eigentumsdiebstähle schon in der Kaiserzeit

·         Unehrenhafte Entlassung aus der Kaiserlichen Armee 1917 wegen Kameradendieb-
          stahls, Gefängnisstrafen

·         Einbrüche während der gesamten Zeit der Weimarer Republik, zahlreiche Gefängnis-
          und Zuchthausstrafen, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte

·         weiterhin Einbrüche auch während des sogenannten „3. Reiches“, Schließung der 
         Akte wegen Einlieferung in ein KZ, Registrierung bei der Gestapo

·         nach dem zweiten Weltkrieg Abkehr von den Einbrüchen, dafür Gründung einer 
         Szenegaststätte in der Frankfurter Altstadt, die sich zum Hehlertreffpunkt entwickelte
         („Zum Mond von Texas“)

·         ständig weitere Straftaten, Ermittlungen und Verurteilungen, aber gleichzeitig:

·         hochangesehen im Milieu und bei der Frankfurter Szene (Politiker, Justiz, Kunstszene
          usw.), die in seinem Lokal ein und ausgeht

·         Tod im Jahre 1968 mit einer sogenannten „Ganovenbeerdigung“ auf dem Frankfurter
          Hauptfriedhof; als Trauergäste: Halb- und Unterwelt aus ganz Deutschland sowie die
          Frankfurter Polizei.

 

Diesen belegten Werdegang habe ich nicht als wissenschaftliches Werk, sondern als – wie ich hoffe – im positiven Sinne belletristisch lesbares Buch niedergeschrieben.

 

Die Idee hinter dem Buch ist weiterhin, eine zweite Handlungsebene einzuziehen. Darin schildere ich, von Beruf Kriminalbeamter, meinem Freund und Hobby-Schriftsteller Peter Ripper die Gürtler’sche Karriere, sodass das Buch durchgängig zwei sich abwechselnde Szenerien aufweist: Meine Gespräche mit Peter zum Einen und die chronologische Dar-stellung der Vita Gürtler zum Anderen. 

Die Dialoge zwischen Peter Ripper und mir finden hauptsächlich zu zwei Gelegenheiten statt: wir treffen uns einmal bei mir und einmal bei ihm zu Hause, wo wir es uns gutgehen lassen… Ironische Selbstbetrachtungen bleiben dabei nicht aus.